Ratgeber

SSD-Upgrade 2026: Gen4 ist der Sweet Spot

PCIe-5.0-SSDs versprechen atemberaubende Geschwindigkeiten – aber bringt das im Gaming überhaupt etwas? Die kurze Antwort: Nein, zumindest noch nicht. Die lange Antwort spart dir bares Geld.

Gen5 vs. Gen4: Was die Zahlen bedeuten

Gen5-SSDs (Crucial T705, Corsair MP700 Pro): Bis zu 14.000 MB/s sequenzielles Lesen. Beeindruckend.

Gen4-SSDs (Samsung 990 Pro, WD Black SN850X): Bis zu 7.000 MB/s. Die Hälfte auf dem Papier.

Das Problem: Kein aktuelles Spiel nutzt auch nur annähernd 7.000 MB/s aus. Selbst DirectStorage (Microsofts Technologie zur direkten GPU-Datenübertragung) nutzt in der Praxis selten mehr als 3.000–4.000 MB/s effektiv. Der Flaschenhals liegt nicht bei der SSD, sondern bei der Spieleengine, der CPU oder der Art, wie Daten geladen werden.

Voraussetzungen für Gen5: Kompatibles Mainboard mit PCIe-5.0-M.2-Steckplatz + aktuelle CPU (Intel Core Ultra oder AMD Ryzen 9000). Ältere Systeme → Gen5 bringt buchstäblich nichts.

Ladezeiten: Der Praxistest

Kein spürbarer Unterschied im Gaming

Forspoken (eines der ersten DirectStorage-Spiele): Gen4 vs. Gen5 → unter 1 Sekunde Unterschied beim Laden der Spielwelt.

Ratchet & Clank: Rift Apart: Auf dem PC mit Gen4 bereits so schnell, dass Gen5 keine messbare Verbesserung bringt.

Cyberpunk 2077, Elden Ring, Call of Duty: Ladezeiten zwischen Gen4 und Gen5 unterscheiden sich um Bruchteile von Sekunden (0,1–0,3 s). Nicht spürbar.

Fazit: 0,3 Sekunden Unterschied rechtfertigen keinen Aufpreis von 80–150 €. Für Gaming 2026 ist Gen4 mehr als schnell genug. Du wartest nicht auf deine SSD – du wartest auf deine Grafikkarte oder CPU.

Die besten Gen4-SSDs 2026 für Spieler

Samsung 990 Pro (~85 € / 1 TB) – Der Allrounder

Hohe sequenzielle Geschwindigkeit, exzellente Zuverlässigkeit, effizientes Wärmemanagement. Firmware mehrfach verbessert, frühere Schwächen behoben. Erste Wahl für die meisten Spieler.

WD Black SN850X (~80 € / 1 TB) – PS5-Favorit

Offiziell PS5-zertifiziert – funktioniert in Konsole und PC gleichermaßen hervorragend. Wer eine SSD für beides sucht: idealer Kompromiss. Oft der günstigste der drei Top-Kandidaten.

Seagate FireCuda 530 (~90 € / 1 TB) – Für Intensivnutzer

Besonders stabile Schreibleistung über lange Zeiträume. Für Spieler, die auch kreative Arbeit (Videobearbeitung, Streaming) auf derselben SSD erledigen.

Preis-Leistungs-Tipp unter 60 €

Kingston NV2 oder Crucial P3 Plus (~45–55 € / 1 TB): Gen4, aber niedrigere Tier (4.000–5.000 MB/s statt 7.000). Für Spieler, die einfach schnell laden wollen ohne Maximalwerte zu brauchen – und dabei 30–40 € sparen.

Wann lohnt sich Gen5 doch?

Videobearbeitung (4K/8K): Große Dateien (100+ GB) bewegen, rendern, exportieren → doppelte Bandbreite macht einen echten Unterschied in Minuten, nicht Sekunden.

Spieleentwicklung: Riesige Asset-Bibliotheken laden und kompilieren → Gen5 spart messbar Zeit.

Wissenschaftliche Datensätze: Große Datenmengen sequenziell lesen/schreiben → hier zahlt sich Gen5 aus.

Zukunftssicherheit? Kommende Titel werden zunehmend DirectStorage nutzen. In 2–3 Jahren könnten Spiele Gen5-Bandbreite sinnvoll ausreizen. Aber: Gen4-SSDs werden nicht plötzlich langsam – sie werden weiterhin alle Spiele problemlos laden, nur nicht mehr die absolut schnellste Option sein. Für den Spieler von heute ist Gen5 eine Investition in eine Zukunft, die noch nicht angekommen ist.

Praktische Tipps beim Einbau

Kompatibilität prüfen

PS5: M.2-2230- oder 2280-SSD, Gen4. Sony-Kompatibilitätsliste oder Community-Listen prüfen. WD SN850X und Samsung 990 Pro sind bewährt.

Xbox Series X: Proprietäres Speicherkartenformat (Seagate Expansion Card). Keine M.2-SSDs nachrüstbar.

Steam Deck: Interner Speicher ist M.2-2230 (nicht 2280!). Nachrüstung möglich, aber Garantieverlust. Einfacher: microSD-Karte (V30/A2) für Spielebibliothek. Details in unserem Switch-2-vs-Steam-Deck-Artikel.

Gaming-Laptop: Prüfe, ob ein freier M.2-Steckplatz vorhanden ist. Viele Hersteller verbauen nur einen Slot oder verlöten den Speicher.

Kühlung nicht vergessen

Gen4-SSDs werden unter Last heiß. Ohne Kühlung drosseln sie automatisch (thermisches Throttling). Die meisten Mainboards liefern einen Kühlkörper mit – prüfe das vor dem Kauf. Falls nicht: Separate M.2-Kühlkörper für ~5–10 € erhältlich. Absolut empfehlenswert.

Steckplatz-Belegung prüfen

Manche M.2-Steckplätze teilen sich Leitungsbahnen mit USB-Controllern oder SATA-Ports → reduzierte Bandbreite. Mainboard-Handbuch vor dem Kauf lesen. Primären M.2-Steckplatz (direkt an der CPU) für die schnellste SSD nutzen.

Wo dein Geld besser investiert ist

Statt 200 € für eine Gen5-SSD auszugeben, die im Gaming keinen Unterschied macht:

  • GPU-Upgrade: Größter Einfluss auf Bildwiederholrate und Bildqualität. Eine Stufe bessere Grafikkarte bringt 20–40 % mehr Leistung
  • RAM auf 32 GB: 2026 zunehmend nötig für aktuelle Titel (16 GB reichen nicht mehr für alle Spiele). DDR5 ab ~60 € für 32 GB (2× 16 GB)
  • Monitor-Upgrade: 144 Hz oder 240 Hz → spürbarer Unterschied im Spielgefühl (Details in unserem PC-vs-Konsole-Artikel)
  • Besseres Headset: Klangqualität verbessert das Spielerlebnis mehr als 0,3 Sekunden kürzere Ladezeit (Details im Headset-Vergleich)

Botschaft für 2026: Gen4 ist der optimale Kompromiss für Spieler. Schnell genug für alles, was heute und in naher Zukunft kommt. Erschwinglich (unter 90 €/TB) und ausgereift. Gen5 ist beeindruckend – aber beeindruckend ist nicht dasselbe wie sinnvoll. Gib dein Geld dort aus, wo du es im Spiel tatsächlich merkst.

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